Hintergrund

Damast wird nach seiner Herstellungsweise in zwei Arten unterteilt: den Tiegeldamast (auch Wootz genannt) und den im abendländischen sowie asiatischen Raum vorherrschenden Schweißverbunddamast. Ich selbst widme mich vor allem dem Schweißverbunddamast — auch gefalteter Stahl genannt.

Feuerschweißung – das Verfahren

Bei diesem Herstellungsverfahren werden zwei oder mehrere unterschiedliche Stahlsorten, deren Beschaffenheit und Eigenschaften genau auf die spätere Zweckbestimmung der Klinge abgestimmt sind, abwechselnd aufgestapelt und langsam im lodernden Kohlefeuer auf Temperatur gebracht. Anschließend wird zügig auf sogenannte Schweißtemperatur erhitzt.

Bei etwa 1000 oC werden die Oberflächen der Stähle teigig und können nun mit kräftigen Hammerschlägen ineinander getrieben werden. Dabei entsteht ein ganzheitlicher Stahlbarren, der die unterschiedlichen Materialien enthält — diesen Vorgang nennt man Feuerschweißung.

Der Stahlbarren wird auf doppelte Länge gereckt, in der Mitte angespalten, herumgeklappt bzw. gefalten und erneut im Feuer verschweißt. So erhält man bei einem Ausgangsbarren von 11 Lagen nach 5 Faltungen 352 Lagen Damaststahl.

Vom Barren zur Klinge

Der fertige Barren — mehrere Kilo schwer — wird in Teile zerhauen, die dann zu Rohlingen für Messer vorgeschmiedet werden. In die Rohlinge bringe ich nun das Muster ein, das die fertige Klinge zieren soll.

Dann wird die Kontur des Messers geschmiedet: das Erl (Heft) wird abgesetzt und ausgereckt, die Klingenform fein geschmiedet — bis auf etwa einen Millimeter vor Fertigmaß.

Nach der Wärmebehandlung wird die Klinge selektiv gehärtet: die Schneide hart, der Rücken zäh. Diesen für gute Klingen existenziellen Arbeitsgang nehme ich generell nur nachts vor, da bei völliger Dunkelheit eine exakte Glühfarbenbestimmung möglich ist.

Schliff, Politur und Säureätzung

Die gehärtete Klinge wird geschliffen und poliert. Nach dem Anätzen mit Säure tritt die feine Damaststruktur deutlich hervor — ein Anblick, der das Herz eines jeden Kenners und Liebhabers höher schlagen lässt.

Die Damastzeichnung ist dabei keineswegs nur eine Oberflächenoptik, sondern durch und durch in das Gefüge der geschmiedeten Klinge eingebettet.

Materialien und Damastvarianten

Ich fertige alle gängigen Damastarten — vom wilden Damast über gestempelte Damaste bis hin zu gestirnten Damasten mit aufgesohlter Schneidleiste. Als Ausgangsmaterialien verwende ich verschiedenste Kohlenstoffstähle in Kombination mit sehr zähen, hochlegierten Stählen — und erreiche damit hohe Schneidhärte bei zugleich extremer mechanischer Belastbarkeit. Bei der Technik des Aufsohlens von Monostahl als Schneide wird maximale Schneidhärte erzielt.

Da die Fertigung von Damastmessern nicht meine hauptberufliche Tätigkeit ist, beschränke ich mich auf die Herstellung exklusiver Damastwaffenunikate, die ich nach eigenen Entwürfen fertige.