Museum „Hammerschmiede"
Ein voll funktionsfähiges, „arbeitendes" Museum — eingerichtet nach historischen Vorlagen, äußerlich gestaltet wie ein Werkstattgebäude vergangener Jahrhunderte.
Das Gebäude
Den Umbau der alten „Hammerschmiede" gestaltete ich nach historischen Vorlagen zur Werkstatteinrichtung. Auch äußerlich wirkt die Schmiede wie ein Werkstattgebäude vergangener Jahrhunderte. Der Ausbau des Obergeschosses als Atelier ist in Planung.
Das wassergekühlte Langfeuer
Im Inneren des „arbeitenden Museums" steht ein einmaliges wassergekühltes Langfeuer — mit einem Meter Feuerraumlänge lassen sich Klingen bis zur Schwertgröße problemlos erwärmen. Betrieben wird es traditionell mit Steinkohle.
Die Luftzufuhr erfolgt wahlweise über einen 2,50 m langen Doppelblasebalg der Fa. Vogel / Chemnitz (Bj. 1905) per Hand oder über ein Vertikalgebläse im Obergeschoss. Ein weiterer Kastenblasebalg ist zu besichtigen.
Ambosse, Hämmer & Werkzeuge
Zur Bearbeitung des Eisens stehen mehrere Ambosse, Sperrhörner, Sperrhaken, Lochplatten, Richtplatten sowie eine Unmenge an Hilfs- und Feuerwerkzeugen zur Verfügung.
Die Hammer- und Hilfshammersammlung umfasst rund 300 Stück.
Mechanische Hämmer
Fünf mechanische Hämmer leisten ihren Dienst bei größeren Arbeitsstücken:
- Drei original Hartmann Luftschmiedehämmer in Vorkriegsbauart (Richard Hartmann AG / Chemnitz) mit je 40 bzw. 50 kg Bärgewicht und einer Schlagleistung von 280 kg/sek.
- Ein sehr seltener, voll funktionsfähiger mechanischer Stielhammer der Fa. Morgenstern Einsiedel (Bj. ca. 1910).
- Ein Federhammer der Fa. „Dietz Mohsdorf" (Bj. ca. 1920) mit 50 kg Bärgewicht komplettiert die Sammlung der mechanischen Hämmer in der Handwerksschmiede.
Pressen & Großmaschinen
Eine Radreifenpresse der Fa. Auerbach (Bj. 1890), eine historische Säulenbohrmaschine der Fa. Renner / Dresden, eine mechanische Eisensäge, eine Schleifmaschine der Elbe-Werke Dresden (Bj. 1950), eine Drehbank (Bj. 1960), eine Universalfräsmaschine der Ruhla-Werke (Bj. 1951) sowie eine Hobelbank mit altem Werkzeug runden die nahezu vollständige Einrichtung der historischen Schmiede ab.
Eine massive, historische Excenterpresse mit etwa 100 Tonnen Druckkraft (Bj. ca. 1910), die wir von Salzburg / Österreich nach Sachsen transportiert haben, ist seit 2009 in Aktion zu sehen. Die 3 Tonnen schwere Presse ist originalgetreu aufgearbeitet und wird im Museum als Warmschere eingesetzt — mit Schwungraddurchmesser von 1,06 m, 60 Touren/min als Dauerläufer und einem Hub von 100 mm schert sie selbst massivste Abmessungen im glühenden Zustand.
Eine weitere Seltenheit ist eine 2-Ständer-Kurbelpresse der Firma HILO (Bj. ca. 1900) — 3 Tonnen schwer, mit einer stolzen Druckkraft von ca. 120 Tonnen. Derzeit wird sie für den Einsatz als Gesenkpresse fit gemacht.
Die aktuelle Neuanschaffung ist ein 50-kg-Hartmann-Gesenklufthammer (Bj. 1963) — neuwertig und noch keinen Schlag getan: Er stand 48 Jahre als Reservemaschine in einer Holzkiste. Äußerlich angestaubt, sonst ungebraucht.
Auswärtige Exponate
Zwei original Hartmann Luftschmiedehämmer aus meiner Sammlung (40 kg und 100 kg Bärgewicht) sind im Chemnitzer Eisenbahnmuseum zu besichtigen. Das 3,7 Tonnen schwere Kraftpaket mit einer Schlagleistung von 600 kg/sek konnte leider nicht in meinem eigenen Museum untergebracht werden.
Im Museum der Bulldog-Freunde Erzgebirge ist der älteste Lufthammer meiner Sammlung zu sehen — ein historischer Saugtaktlufthammer (Bj. 1902), der als mobiler Hammer zu Schauschmiedeveranstaltungen eingesetzt wird.
Schautage & Besichtigung
Das Museum „Hammerschmiede" ist voll funktionsfähig und öffnet zu Schautagen an Wochenenden sowie nach Vereinbarung. Vorgeführt werden alte Schmiedetechniken — bis hin zur Herstellung eines Schwertes.